Illustration aus der französischen Ausgabe von Der Anarchismus von Kropotkin, 1913
Illustration zum Buch "Der alte Mann und das Meer" von Ernest Hemingway
Otto Dix (1924): "Toter Sappenposten"
Auszug aus Die fröhliche Wissenschaft von Friedrich Nietzsche
Was heißt Leben? — Leben — das heißt: fortwährend Etwas von sich abstoßen, das sterben will; Leben — das heißt: grausam und unerbittlich gegen Alles sein, was schwach und alt an uns, und nicht nur an uns, wird. Leben — das heißt also: ohne Pietät gegen Sterbende, Elende und Greise sein? Immerfort Mörder sein? — Und doch hat der alte Moses gesagt: Du sollst nicht töten!
Der hilflose Knabe von Bertold Brecht
Herr K. sprach über die Unart, erlittenes Unrecht stillschweigend in sich hineinzufressen, und erzählte folgende Geschichte: "Einen vor sich hin weinenden Jungen fragte ein Vorübergehender nach dem Grund seines Kummers. "Ich hatte zwei Groschen für das Kino beisammen", sagte der Knabe, "da kam ein Junge und riß mir einen aus der Hand", und er zeigte auf einen Jungen, der in einiger Entfernung zu sehen war. "Hast du denn nicht um Hilfe geschrien?" fragte der Mann.
"Doch", sagte der Junge und schluchzte ein wenig stärker. "Hat dich niemand gehört?" fragte ihn der Mann weiter, ihn liebevoll streichelnd. "Nein", schluchzte der Junge. "Kannst du denn nicht lauter schreien?" fragte der Mann. "Nein", sagte der Junge und blickte ihn mit neuer Hoffnung an. Denn der Mann lächelte. "Dann gib auch den her", sagte er, nahm ihm den letzten Groschen aus der Hand und ging unbekümmert weiter."
Auszug aus der Szene Das Kreidekreuz, aus dem Drama Furcht und Elend des dritten Reiches von Bertold Brecht
Also der Doktor Ley macht eine kleine Geschäftsreise >>Kraft durch Freude<< und trifft da so einen Bonzen aus der Weimarer Republik, ich kenne die Namen ja nicht so, vielleicht war‘s auch im KZ, aber da kommt der Doktor Ley ja nicht hin, weil er sehr vernünftig ist, und der Bonze fragt ihn gleich, wie er jetzt das alles so macht, dass die Arbeiter alles fressen, was sie sich früher partout nicht haben gefallen lassen. Zeigt der Doktor Ley auf eine Katze, die sich da gesonnt hat, und sagt: angenommen, Sie wollen ihr mal einen tüchtigen Schlag Senf versetzen, dass sie‘s runterwürgt, ob‘s ihr nun gefällt oder nicht. Wie machen Sie das? Der Bonze nimmt den Senf und schmiert ihn dem Vieh schlankweg ins Gesicht, von Schlucken keine Spur, aber Kratzwunden noch und noch! Nein, Mensch, sagt der Doktor Ley auf seine gewinnende Art, das ist verfehlt. Seht mir mal zu! Er nimmt den Senf mit ‘nem gewandten Schwung und klebt ihn dem unglücklichen Tier wuppdichhastenichtgesehen ins Arschloch. Das Tier ganz benommen und betäubt, denn das schmerzt furchtbar, bemüht sich sogleich, den ganzen Schlag rauszulecken. Sehen Sie, lieber Mann, sagt der Doktor Ley triumphierend, jetzt frisst sie! Und das freiwillig!
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Das Geld ist der allgemeine, für sich selbst konstruierte Wert aller Dinge. Es hat daher die ganze Welt, die Menschheit wie die Natur, ihres eigentümlichen Wertes beraubt. Das Geld ist das den Menschen entfremdete Wesen seiner Arbeit und seines Daseins, und dieses fremde Wesen beherrscht ihn, und er betet es an. (Karl Marx)
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Hier in Frankreich herrscht gegenwärtig die größte Ruhe. Nur ein leiser, monotoner Tropfenhall. Das sind die Zinsen, die fortlaufend hinabträufeln in die Kapitalien, welche beständig anschwellen. Man hört ordentlich, wie sie wachsen, die Reichtümer der Reichen. Dazwischen das leise Schluchzen der Armut. Manchmal klirrt etwas wie ein Messer, das gewetzt wird. (Heinrich Heine 1842)
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Es ist dem Volk egal, ob der Stock, mit dem es geprügelt wird, "Stock des Volkes" genannt wird. (Michail Bakunin)
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Gegenseitige Hilfe ist das Gesetz des Fortschritts. (Peter Kropotkin)