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Duckies kleine Entenkolumne: Sei unglücklich! Looooooos, mach schon...

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Von SittingDuck, Freitag, 16. März 2012, 11:46

Es ist mal wieder soweit, Zeit für eine neue Enten-Kolumne! Und damit es nicht wieder sooo langweilig wird, habe ich ein besonderes Thema rausgesucht:

SEX!

Im weiteren Sinne zumindest. Da war nämlich auf Spiegel-Online so ein schöner Text zum Thema „Was sie schon immer über Sex wissen wollen sollten, und bisher frecher weise ignoriert haben“. Das Thema: All die hübschen, bunten Hochglanzmagazine, die versuchen, Ratschläge zum Thema Sex an den Mann oder die Frau zu bringen. Der Trick dabei:

Mach die Kundschaft unglücklich!

Gib ihnen das Gefühl, keine Ahnung zu haben, wie es aktuell zur Sache geht! Erklär ihnen, dass alles, was bisher so an zwischenmenschlichen Aktionen gelaufen ist, dem betroffenem Partner nur ein Höflichkeitsstöhnen entlockt hat, und alles andere haben sie sich garantiert nur eingebildet... „Hausbacken“ nannte man sowas früher. Peinlich ist das heute. Geht gar nicht... Da hilft nur das Kamasutra!!! :wally: Frisch reingekommen. Ach ne, dass gab es ja auch schon etwas länger... War dann wohl eher der Vorläufer von "Fit for Fun" hopsi und ähnlichem. Und das eins mal klar ist: Wer all das als Single nicht drauf hat, der braucht garnicht glauben, dass die frisch angeworbenen Partnerschaftsinteressenten lange bleiben. Aber damit ist auch erklärbar, warum Yoga bei den älteren Semestern :admon: so im Trend ist: Verrenken für Anfänger! :help: Erst Yoga, dann Kamasutra.

Aber warum dabei aufhören. Verkaufen kann man vieles, wenn die Kundschaft genügend verunsichert wurde oder ist. Oder sich schlicht nicht auskennt und verzweifelt bemüht ist, alles richtig zu machen. :deichschaf: Besonders beliebte Opfer: Werdende Eltern, Singles und junge Erwachsene...

Man muss sich nur einmal in einem Zeitungskiosk umsehen. So viel menschliches Elend und frisch entdecktes, peinliches Nicht-Wissen hat man selten auf einem Haufen gesehen. Das schreit einen förmlich an. :grumble: Allein die Elternzeitschriften... bergeweise davon, und alle verkünden den hoffnungsvollen Eltern im Chor, was sie wie mit ihrem süßen Fratz anzustellen haben. Und obendrauf gibt es Gesundheitstipps, Babygymnastik ;), wie kraule ich den aufgeblähten Bauch richtig und welchen Tee muss die stillende Mutter trinken, damit Baby besser verdaut. Da ist es wirklich ein Glück, dass seit Neuestem die Väter an der Kinderaufzucht teilhaben wollen und so wenigstens ansatzweise neue Themen für die Zeitschriften schaffen. Ansonsten könnte man nämlich alte Texte mit neuen Fotos properer Babys aufpeppen und die Zeitschriften alle Jahre wieder direkt neu auflegen. Aber wahrscheinlich sind die auf diesen Trick ohnehin längst gekommen... :pleasantry:

Und dann sehen wir uns mal den Klassiker an, die Bravo! Die Mutter aller Aufklärungszeitschriften, die ungezählten Heranwachsenden seelischen Beistand bei Kümmernissen geleistet hat, die sie ohne die Zeitschrift nie gehabt hätten. Wahrscheinlich bin ich zu alt für diesen Scheiß, wie schon Sergeant Murtaugh aus "Lethal Weapon" :sniper: sagte, aber wenn ich sehe, dass diese Zeitschrift jungen Mädchen erklärt, dass sie im Genitalbereich komisch aussehen und das gemäß der herrschenden Mode operativ (wer hat das eigentlich zur herrschenden Mode erklärt?) ändern lassen sollten, dann könnte ich schreien. :monster: Objektiv betrachtet sehen alle Frauen in diesem Bereich verschieden aus, und was da von den Mädchenzeitschriften zur Ausnahme erklärt wurde, kann man bei 50 Prozent aller Frauen finden. Und ich denke mir mal, die Männer sind – wenn auch in einem leicht anderem Bereich – genauso davon betroffen.

Dabei ist dieses Problem sogar nur zweitrangig, denn zu einem Problem wurde es überhaupt erst, als durch eine Kollektivanstrengung der Zeitschriftenverlage das Rasieren der Intimzonen zur Pflicht erhoben wurde. Am Besten komplett. "Hau wech den Scheiss..." Ein Besuch in der Umkleide eines Fitnesscenters zeigt allerdings in erschreckender Art und Weise die Ignoranz einiger zumeist reichlich Erwachsener in diesem Bereich. Die scheinen tatsächlich zu glauben, dass sie das Recht haben, auf ihre Weise glücklich zu sein. Pfui Teufel... Dieses Neandertalertum beleidigt ja jedes sensible Gefühl fortschrittlich denkender Mitmenschen. Was für ein Glück, dass sich Leute, die ihren Platz im Leben noch nicht gefunden haben, so viel leichter beeinflussen für die wahren Probleme des Lebens sensibilisieren lassen.
Für die anderen gibt es dann Gartenzeitschriften, Kochzeitschriften oder Finanzprodukte...

Irgendwie kriegen wir euch alle!!!

Aber wer weiss, vielleicht gibt es irgendwann so viele Leute, die sich keine nicht vorhandenen Probleme mehr einreden lassen und auf ihre Weise glücklich werden wollen, das die Macht solcher Zeitschriften gebrochen wird. :P

Falls ihr Lust habt, die ausführlichen Kommentare zu diesem Blog zu lesen oder selbst einen größeren abzugeben, seid ihr hier richtig:
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Kategorien: Entengeschnatter

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