Duckies kleine Entenkolumne: Spiel mir das Lied vom Tod...
Ätsch, reingefallen, hier geht’s es nicht um staubbedeckte Italowestern, im Gegenteil, es geht um modernste Technik. Und um meine Angst davor, weich zu werden.
Ich habe einfach kein Durchstehvermögen, und meine Gier ist ebenso grenzenlos wie mein Verstand streckenweise abgeschaltet. Obwohl, im Moment wehre ich mich noch!
Ich hasse Smartphones!!!
Diese Drecksdinger, wer braucht die schon.
Boah, wenn sie nur nicht so schön glänzen würden, und so schön bunt sind sie auch! Und es gibt die tollsten Programme dafür. Da kann man bestimmt die spannendsten Sachen mit machen, die einem das Leben erleichtern. Und wahrscheinlich kann man damit sogar telefonieren. Sag ich mal so...
Will haben...


Wenn sie nur nicht so teuer wären, zumindest die modernen. Und warum habe ich schon wieder diesen abgedrehten Blick und das gierige Funkeln in den Augen.
So, runterkommen, tief durchatmen, gaaaanz ruhig, und immer schön mein Mantra aufsagen:
- Du brauchst kein Smartphone, du kannst mit deinem Billighandy ohne Kamera auch telefonieren.
- Du brauchst kein Smartphone, du hast eine tolle Kamera, mit der du super Bilder machen kannst.
- Du brauchst kein Smartphone, du hast ein Navi im Auto, wenn du irgendwohin musst.
- Du brauchst kein Smartphone, du hast bergeweise Spiele im Schrank, die du bei Langeweile rausholen kannst.
- Du brauchst kein Smartphone, du hast einen MP3-Player.
- Du brauchst kein Smartphone, du sitzt sowieso beruflich vorm Rechner und kannst jederzeit Emails lesen und schreiben.
- Du brauchst kein Smartphone, das Display ist zum Lesen von Büchern ohnehin viel zu klein...
Wofür – zum Donner – braucht man die Dinger denn nun wirklich? Was ist an denen so toll, dass Jedermann/frau und erschreckenderweise auch -kind so ein Ding sein eigen nennt, von mir einmal abgesehen natürlich.

Warum habt ihr alle eins? Ich ziehe im Bus nur noch verschämt und von den Mitfahrern weggedreht mein kleines, rotes Nokiahandy aus der Tasche, um auf die Uhr zu sehen. Nicht das ich noch in die Verlegenheit komme, den Schulkindern zu erklären, was ich da Merkwürdiges in der Hand halte. Und die mitleidigen Blicke machen mich auch fertig.
Sind die Teile wirklich mehr als ein Handy plus Spielzeug? Sind sie Preise oberhalb von 400 Euro eigentlich wert? Dafür bekäme man doch schon ein Tablet, das deutlich angenehmer ist zum Surven und Spielen.
Und wenn ich mir mein Mantra so ansehe, muss ich mich auch fragen, wieviele Geräte durch die Smartphones zum Tode verurteilt wurden: MP3-Player und Navis dürften an vorderster Front stehen. Und kleine Kameras werden wohl nicht viel länger durchhalten. Na ja, der Videorekorder wurde auch von der DVD-Payer ermordet.

Life goes on...
Und zählt man Tablets auch noch mit, dann kann man in spätestens 5 Jahren den Kindern nur noch mühsam die Bedeutung von „Gesellschaftsspielen“ erklären, denn immer mehr davon wie beispielsweise „Einfach genial“ oder „Die Siedler“ gibt es inzwischen für Smartphones und Tablets. Dann fehlt nur noch, dass man via Internet spielt; dann brauch man sich garnicht mehr zu einem „Spieleabend“ zu treffen.Adieu Knabberkram und Süßigkeiten...
Es wird wahrscheinlich nicht mehr lange dauern, dann gibt es statt Spielen nur noch ausrollbare Displays mit SD-Slot, in den man die Spielekarte schiebt. Keine Kartons, keine Spielsteine, kein symbolträchtiges Aufbauen des Spielfeldes

Aber warum soll es den Spielen anders ergehen als den Büchern, die gerade von den Ebooks überrollt werden.
Versteht mich nicht falsch, ich mag Technik! Wir haben ein Kindle und ein Tablet, aber ein wenig frage ich mich doch, wo das alles hinführt. Und wie wird es Leuten ergehen, die sich den Krempel nicht leisten können? Wie seht ihr das?
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