Sagt euch eigentlich "The Gamer" was? Nicht der User! Der Film? Nein? An sich nicht der Riesenverlust, denn die Story des Films ist so löcherig wie ein schweizer Käse, und die agierenden Personen kommen so eindimensional rüber, dass sie durch jeden Türspalt passen würden. Aber darum geht es nicht. Es geht um die Filmidee: Ein Online-Multiplayer-Shooter, also sowas wie MW2, im Prinzip zumindest.
Die Ähnlichkeit war geradezu erschreckend. Die Typen dort rannten durch ganz ähnliche Scenarien, Häuserschluchten mit ausgebrannten Autos, Ruinen, unübersichtliches Gelände, Rauch, schlechte Sicht! Und es geht nur darum, schneller zu sein als die Gegner, die bessere Ausrüstung zu haben, den besseren Riecher für die Gefahr und ...den besseren Gamer....
Denn die Typen, die da rannten, waren reale Menschen (Gefängnisinsassen), die über ein Implantat im Gehirn durch Online-Spieler gesteuert werden konnten. Die waren es auch, die die Ausrüstung festlegten und den Kämpfer wie eine Puppe an den Schnüren tanzen lassen konnten. Wer Pech und daher einen miesen Gamer hatte, konnte sich gleich begraben lassen. Wer 30 Spiele überlebte war frei.
Die Gamer selbst haben sich wenig den Kopf zerbrochen, was mit den Typen passiert ist, die ins Gras gebissen haben. Die Leichen haben sie nie gesehen, nur Game-over... Echt cool, oder? Fast wie die Pille... Ihr wisst schon, Sex ohne Reue
Irgendwie bleibt es angesichts der Ähnlichkeit der Scenarien nicht aus, dass man sich fragt, wie man selbst mit sowas umgehen würde. Und was wäre, wenn es schon soweit ist und man es nur nicht gemerkt hat? OK, das kann nicht sein, denn ansonsten hätte ich bei meiner Deathrate schon sämtliche Gefängnisse leer geräumt. Aber nur mal angenommen... Was ist das dann: Menschenverachtendes Spektakel oder eine freie Entscheidung der Gefängnisinsassen? Ist das wie Brot und Spiele in der Antike? An irgendeinem Punkt akzeptiert man einfach, dass andere dabei draufgehen und sagt vielleicht noch "Sorry, aber du wolltesst es ja so"? Und will ich die Konsquenz genauso, nämlich, dass gerade die härtesten Knastbrüder das Spiel überleben und anschließend mit einem Hass auf die Menschheit die Straßen unsicher machen? Irgendwie eher nicht...
Und die Technologie selbst ist auch nicht gerade herzerwärmend. Totale Kontrolle über einen anderen. Töten durch die Hand eines anderen ohne je die Konsequenzen zu sehen oder befürchten zu müssen, zur Rechenschaft gezogen zu werden. Ist es Mord, in diesem Spiel einen Angreifer zu erledigen, oder ist es Selbstverteidigung? Und wenn es Mord ist, wer ist der Mörder? Der Befehlsgeber oder der Ausführende.
Viele Fragen, wenig Antworten und nur die Hoffnung, dass es nie so weit kommt, dass diese Art menschenverachtendes Spiel jemals als natürliche Fortsetzung der Online Multiplayer Games wie MW2 betrachtet wird.
Ich weiss ja nicht, wie ihr das seht, aber mir fällt da nur noch eins ein: Brrrrrr.....
Die Diskussion zu dem Thema findet ihr hier:
Duckies kleine Entenkolumne: Lasst die Puppen tanzen...