Sennheiser 330
Headsets gibt es wie Sand am Meer. Allerdings tun sich in der Qualität doch enorme Unterschiede auf. Dass Sennheiser gute Gaming-Headsets bauen kann wurde mit dem 350 bereits mehrfach bewiesen. Nun wollen wir sehen ob der kleine Bruder da mithalten kann. Preislich um die 100 Euro zu Hause bedient Sennheiser hier nicht unbedingt den Schnäppchenmarkt, dies ist allerdings auch nicht die Zielgruppe dieser an sich doch anspruchsvollen Marke.
Features:
- Schnelles Team Speak – die drehbare, rechte DJ-Ohrmuschel ermöglicht den direkten Kontakt mit den Teamkollegen
- Sennheiser Sound – ausgezeichneter HiFi Sound und Akustik für Deine Spiele, Filme, Musik und Internet-Telefonie
- Klarheit durch Noise Cancelling – das Mikrofon reduziert die Umgebungsgeräusche für eine kristallklare Sprachübertragung
- Praktisches Design – die Lautstärke lässt sich direkt an der rechten Ohrmuschel regulieren
- Ein Headset für alles - zum Musik hören oder Filme schauen einfach den Mikrofonarm nach oben klappen
- Großartig im G4ME – das geschlossenen System schirmt die Umgebungsgeräusche ab, so dass du Dich voll auf Dein Spiel konzentrieren kannst
- Hervorragender Komfort – XL-Ohrpolster und ein gepolstertes Kopfband erhöhen den Tragekomfort
- Bewegungsfreiheit – einseitige Kabelführung für Bewegung ohne Kabelsalat
- Zusätzliches Zubehör – das PC 330 wird mit einer schützenden Tasche geliefert
- 2 Jahre Garantie
Technische Daten:
- Tragestil: Headband, Stereo
- Kabellänge: 3 m
- Anschlußstecker: 2 x 3.5 mm Klinkenstecker
- Gewicht: 255 g
- Kopfhörer: 14 – 22,000 Hz
- Impedanz: 32 Ω
- Schalldruckpegel bei 1kHz: 112 dB
Mikrofon
- Audioübertragungsbereich: 70 – 15,000 Hz
- Richtcharakteristik: Noise canceling
- Impedanz: ~2 kΩ
- Empfindlichkeit n. 121 TR 9-5 :- 32 dBV
Das Auge isst mit und der erste Eindruck ist entscheidend. Hier kann das Sennheiser 330 Game auf jeden Fall die ersten Punkte einfahren. Die Kunststoffverpackung rückt den Inhalt in ein angenehmes Licht und lässt sich wider Erwarten ohne Einsatz von roher Gewalt und martialischen Werkzeugen öffnen. Was dann zum Vorschein kommt weiß ebenso zu gefallen.
Das Headset ist sehr leicht, mutet gut und stabil verarbeitet an, das Mikrofon lässt sich problemlos nach oben drehen ohne dabei komplett zu verbiegen, und auch das aufgesetzte Logo sowie der Schriftzug PC 330 GAME sind in erster Linie echt schick. Nur sehr klein sieht es aus… und leider täuscht dieser Eindruck nicht.

Anschauen ist die eine Sache. Aber ein Gaming-Headset soll nicht nur gut aussehen, ich will damit HÖREN! Und genau das wird im Nachhinein getestet. Um ein möglichst umfangreiches Bild davon zu bekommen nutze ich einfach mal alles was ich als Klangquelle fürs Gaming zur Verfügung habe. Somit kommt das Gerät an einem Realtek Soundchip, einer ASUS Xonar DX sowie einer Creative X-Fi Titanium zum Einsatz.
Bereits beim ersten Aufsetzten entsteht ein bleibender Eindruck. Und zwar auf meiner Schädeldecke! Der so nett gepolsterte Bügel versucht schon nach kurzer Zeit direkten Kontakt mit meiner Schädelbasis herzustellen. Somit wird zumindest schmerzhaft dafür gesorgt dass man immer weiß was auf dem Kopfe getragen wird. Die Ohrpolster drücken fest AUF die Ohrmuscheln. War ich es bisher gewohnt dass geschlossene Kopfhörer meine Ohren umschließen müsste ich diese hier falten um die in den doch recht klein ausgefallenen Ohrpolstern unterzubringen. Das will ich nicht, also liegen Diese erst mal auf. Mit Brille oder Ohrring wird es sicher noch etwas unangenehmer.
Um die Größe tatsächlich einschätzen zu können bekam meine 4-Jährige Tochter das gute Stück mal auf den Kopf, und siehe da, wenn man auch sonst keine Kopfhörer in der richtigen Größe für Ihrem MP3 Player findet, dieses Headset sitzt perfekt. Aber es soll MICH beim Zocken weiter bringen, keine Märchenfiles pimpen...

Aber zum wichtigsten Teil, dem Soundcheck. Als erstes natürlich mal mit Musik. Hier nutze ich ganz gerne Liam, da hier Höhen, Tiefen sowie Bässe gefordert sind.
Als 2. Probanden zieh ich gerne etwas Klassisches hinzu, in diesem Fall Auszüge aus der Götterdämmerung. Nach dem ersten Hörsturz, den ich nur durch Ändern der Systemlautstärke langsam wieder abklingen lassen konnte (So kann es einem ergehen wenn der Lautstärkeregler im Kabel fehlt!), erreichten die ersten klanglichen Hochgenüsse mein Ohr. Und klingt dies bereits auf dem Soundchip schon ziemlich gut wird das Ganze an den Soundkarten tatsächlich geadelt. Dieses Gefühl verstärkt sich nach 1-2 Tagen, da die Lautsprecher „reifen“. Also den ersten Teil des Soundcheck definitiv mit Bravour gemeistert.
Kommen wir dann zur Königsdisziplin, dem Zocken:
Headset auf, Soundkarte X-Fi mit PAX Treibern, auf Kopfhörer und virtuelles Surround eingestellt, kurz angetestet, dann aber in die Weiten von Call of Duty 4 und ich bin begeistert! Kein Gegner kommt ungehört heran. Die Höhen sind sauber und selbst kleinste Geräusche werden wahrgenommen. Dieses Gefühl ist verdammt nah an der Königsklasse!
Der Bass bei Granateneinschlägen kommt kräftig durch, ohne das Stottern oder Klirren der günstigen Konkurrenz. Auch das gesamte Soundgefühl ist nahezu perfekt wenn man davon ausgeht das hier ein geschlossener Kopfhörer werkelt. In diesem Bereich tummeln sich sonst eher die Halboffenen Systeme die aus mehr Resonanzraum profitieren können.
Dasselbe Ergebnis erzielte ich auch mit der Asus Soundkarte, wobei hier die Höhen noch etwas deutlicher heraus kamen, die Bässe etwas durchsackten. Nur der Soundchip leistete sich einen kleinen Einbruch, konnte aber den überzeugenden Klangeindruck nur bedingt schmälern. Die Ortung war auch hier sehr gut, nur der Klang konnte mit den beiden Soundkarten nicht mithalten.
Getreu dem Motto „ein echter Mann braucht keine Bedienungsanleitung“ habe ich mich dann noch einige weitere Stunden mit dem guten Stück beschäftigt, und fand dann tatsächlich den Lautstärkeregler direkt an der rechten Ohrmuschel. Im ersten Moment ungewohnt weiß diese Position durchaus zu überzeugen. Während man oft im Dunkeln das ganze Kabel nach dem Lautstärkeregler abfummelt ist dieser am Ohr durchaus recht schnell zu orten und auch zu nutzen. Haben Betrunkene in amerikanischen Polizeifilmen ab und an Schwierigkeiten die Nase mit geschlossenen Augen zu finden gelingt dies beim Ohr selbst nach vielen Zockerstunden und einer Pulle vom RUM noch immer recht gut. Das Mikro wird abgeschaltet sobald man es hochklappt. Auch dies ist an sich verständlich und klar. So passierte es mir schon häufig genug dass ich, in der Annahme das Micro abgeschaltet zu haben, Schimpftiraden meiner Frau ob vergessener Hausarbeiten ruhig über mich ergehen ließ, dann aber das meckernd schadenfreudige Lachen meiner unfreiwilligen Zuhörer (Teamspeak ist doch MIST!) aus den Lautsprechern hörte. Bei Sennheiser ists klar, Micro in Sprachposition: man kann sich verständigen, hochgeklappt: Ruhe auf dem Sender. Nachdem ich stolz war all dieses von ganz allein herausgefunden zu haben schaute ich nun doch, natürlich nur um die technischen Daten zu lesen (NATÜRLICH!!!), in die Bedienungsanleitung. Und siehe da, es gab tatsächlich noch eine Funktion die ich bis dahin nicht gefunden habe. Die DJ-Ohrschale. Hier kann man die rechte Ohrschale ein paar Grad nach hinten oder vorne verschieben um so ein Ohr bedeckt, das andere frei zu haben. Dies ist an sich auch keine so ganz schlechte Funktion, wurde aber bei mir durch den an sich schlechten Sitz des Headsets boykottiert. So neigt das Gerät dann doch dazu sich komplett auf dem Kopf zu verwinden, was den ohnehin vorhanden Druck nur noch verstärkt.

Fazit:
An sich ein gutes Headset mit „kleinen“ Schwächen. Wer guten Klang zu schätzen weiß kann hier beruhigt zugreifen, sollte aber auf jeden Fall erst einmal „Probetragen“
Positives:
-Klang (Höhen wie auch Bass)
-geringes Gewicht
-Lautstärkeregler an der rechten Ohrschale
-Mikrofon-mute via Hocklappen
-Kompakt gebaut
-Gute Verarbeitung
-Preis
Negatives:
-Kleine Ohrschalen
-Unangenehmer Sitz nach kurzer Zeit
-DJ-Funktion absolut unbrauchbar
-Preis