Wie versprochen kommt hier mein Testbericht zum kabellosen Logitech G930 7.1 USB-Headset. Es handelt sich hierbei um einen reinen Hardwaretest ohne gewohnte Verlosung, da das Headset von mir privat beschafft wurde.
Voller Vorfreude bin ich in die Bremer City gefahren um mir das Headset zuzulegen und konnte nach Stunden in der Schlange an der Kasse tatsächlich für den Preis von 149€ das letzte verfügbare Exemplar mein Eigen nennen.
Die Verpackung macht einen sehr edlen und stabilen Eindruck, besteht sie doch aus Karton und durchsichtigem Kunststoff. Allerdings sah es aus als müsse ich wieder mein Messer und einen Erste-Hilfe-Kasten rauskramen um die Verpackung aufzukriegen - falsch gedacht!
Logitech hat mitgedacht und die Verpackung "gamerfreundlich" gestaltet. Das heißt sie haben lediglich zwei Klebestreifen genommen um den Inhalt der Packung wohl vor Diebstahl zu sichern. Der Rest ist nur zusammengefaltet oder ineinandergelegt, wodurch der Inhalt zwar nicht hin und her wackelt aber dennnoch in weniger als 20 Sekunden ausgepackt werden kann.
Das Headset kommt mit, in der linken Ohrmuschel integrierten, Funktionstasten und Reglern auf die ich später noch eingehen werde, sowie einem Funksender, edler Ladestation für das Headset, Treiber-CD und dem gewohnten Papierkram wie z.B. der Bedienungsanleitung, Werbung, Garantieschein etc.
Installation und Inbetriebnahme:
Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach gehalten und absolut Narrensicher.
Zuerst habe ich die Treiber-CD eingelegt und das Setup wurde direkt gestartet. Zu meinem Erstaunen wurde ich während der Installation gefragt ob ich die neueste Treiberversion online herunterladen möchte. Nach bestätigen dieser Meldung startete der Download automatisch und das Setup fuhr mit aktuellen Daten fort.
Nach der Installation konnte ich den Funksender in die Ladestation stecken und das Gespann dann via USB-Kabel mit meinem PC verbinden. Daraufhin startete die Software und das Headset konnte angeschaltet werden.
Halt! Stop! Ein Funkheadset hat doch einen Akku, welcher erst aufgeladen will! Richtig und falsch zugleich! Es hat einen Akku, welcher in der Tat sogar aufgeladen werden möchte. Dies geht allerdings dank der Ladestation via Micro-USB auch während man es auf der Rübe hat. Somit kann das Headset beim Laden weitergenutzt werden.
Das Micro-USB-Kabel ist mit ca. 1,5-2 Metern nicht das Längste, doch hat die Ladestation auch noch einmal die selbige Länge wodurch man auf ~4 Meter kommt. Für's Aufladen, was übrigens ca. 2-3 Stunden während des Betriebes dauert, reicht dies vollkommen aus.
Der Akku hält nach Herstellerangaben bis zu 10 Stunden - je nach Nutzung. Dieser gerne in die Höhe gerechneten Angabe kommt der Akku allerdings recht gut nach. Bei mir hält der Akku im Dauerbetrieb mit Teamspeak3 und Spielen ~8 Stunden.
Die Funktionstasten und die damit verbundene Software:
Wie schon am Anfang gesagt sind an der linken Ohrmuschel des Headsets Funktionstasten (Sog. G-Tasten), ein Lautstärkeregler, "Mute-Button" für das Mikrofon, sowie ein Schalter zum Wechseln zwischen den 2.1 und 7.1 Modi. Der Powerbutton ist natürlich auch gleich dort mitangebracht.
Den G-Tasten kann mit Hilfe des Treibers jeweils eine Funktions zugewiesen werden. Dazu kann man aus 8 Programmen (darunter auch WMP, iTunes, Ventrilo und Winamp) auswählen und dann eine dafür voreingestellte wie z.B. "Play/Pause", oder "next Track" Funktion zuweisen.
Die G-Tasten sind alle sehr gut zu erreichen und durch ihre Größe auch direkt intuitiv zu finden. Man braucht das Headset also auf keinen Fall abnehmen um die Tasten bedienen zu können
In der Software kann man außerdem die einzelnen Lautstärkepegel getrennt voneinander anpassen. Darunter zählen die Gesamtlautstärke, das Mikrofon, Sidetone, Höhen/Tiefen sowie
aller 7 Kanäle + Subwoofer getrennt voneinander.
Außerdem kann als kleine Spielerei ein integrierter Stimmenverzerrer aktiviert werden. Dadurch kann die Stimmenlage einem Troll, Alien, Eichhörnchen etc. angepasst werden. Ein nettes Gimmick für den Einen oder Anderen - für mich selbst allerdings absolut unnötig.
Der Akkuzustand des Headsets kann auch direkt in der Software abgelesen werden, sowie die vorraussichtliche Ladezeit.
Mit durchschnittlich 12MB im Arbeitsspeicher ist die Software noch im grünen Bereich und sollte auch ältere Systeme nicht ausbremsen.
Verarbeitung und Sitzfestigkeit
Das Headset macht einen sehr soliden Eindruck. Keine herrausstehenden Nähte, kein Grat. Es besteht größenteils aus einem festen Kunststoff sowie Metall, die Ohrmuschel aus "Formgedächtniss-Schaumstoff" (der seinem Namen alle Ehre macht), sowie einem Kunstlederüberzug.
Sitzen tut das Headset bombenfest ohne zu drücken. Selbst meine Schüttelprobe hat es mit Bravour bestanden ohne vom Kopf zu fallen.
Ein lästiges hin-und herwackeln fällt somit absolut aus.
Ob das Headset auch für Brillenträger geeignet ist kann ich im Moment nicht sagen, da meine Brille über 300km von mir entfernt darauf wartet von mir wieder abgeholt zu werden
Sobald ich wieder im Besitz einer Brille bin wird dies natürlich umgehend hier angepasst .
Brillenträger können dieses Headset leider nur bedingt nutzen. Durch den recht festen Halt am Kopf wird das Brillengestell recht stark eingedrückt, was bei mir nach einiger Zeit leichte Schmerzen verursachte. Durch den "Formgedächtniss-Schaumstoff" in der Muschel verschwindet der Druck zwar nach langer Tragezeit , doch ist es bis zu diesem Punkt hin äußerst unangenehm.
Soundqualität:
Ich habe noch nie einen so glasklaren Sound und kräftigen Bass bei einem Headset erlebt wie bei dem G930. Und dies obwohl ich ein Sennheiser verwöhnter Mensch bin!
Nun muss ich nicht mehr innerlich weinen wenn ich meine Musik mal nicht über die Anlage hören kann, sondern setze einfach das Headset auf und erfreue mich daran.
Auch das Mikrofon kann überzeugen. Meine Stimme kommt genauso gut an wie vorher mit meinem Sennheiser PC166.
Außengeräusche werden durch das ohrumschließende System gut ausgegrenzt ohne dass man von der Außenwelt abgeschnitten ist.
Die Ortung in Spielen ist anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, da ich die Gegner nun schon von weiter Weg hören und orten kann als zuvor. Dadurch können Entfernungen Anfangs schwerer abgeschätzt werden. Dies ist allerdings eine reine Gewöhnungssache.
Auch die War-Tapes von Battlefield : Bad Company 2 konnten durch das Headset absolut überzeugen. Bei einem Panzerbeschuss kann man sich vor Grollen kaum halten und die Einschussorte werden perfekt dargestellt. Man ist nun also wirklich mitten drinnen statt nur dabei.
Technische Daten:
- Anschluss: 2,4-GHz-Funk
- Reichweite: bis zu 12 m
- Empfang: 2 Antennen
- Frequenzbereich der Kopfhörer: 20 Hz – 20 kHz
- Frequenzbereich des Mikrofon 100 Hz – 75 kHz
- 7.1-Surround-Sound
Fazit und somit Endspurt:
Das Logitech G930 wireless Headset kann in jeder Richtung überzeugen. Sowohl die Verarbeitung der einzelnen Teile genießt einen sehr hohen Standard, als auch die Soundqualität der Speaker sowie des Mikros.
Die Knöpfe und Regler sind alle intuitiv zu bedienen und dank der schlanken Software sehr leicht einzustellen.
Der Preis von ~150€ ist allerdings alles Andere als ein Schnäppchen, doch kriegt man für diese recht große Investition auch vieles Geboten.
Positiv:
+sehr gute Soundqualität
+sehr gute Verarbeitungsqualität
+kabellos
+Akku kann im Betrieb aufgeladen werden
+relativ lange Akkulaufzeit
Negativ:
-hoher Preis
-nur bedingt für Brillenträger geeignet
Mein Testurteil: Sehr gut!