Achtung Premiere: Was gleich folgt, ist unser erster Hardwaretest! In unregelmäßigen Abständen werden wir uns Zockerwerkzeuge näher anschauen, sie im Spielealltag bewerten und dabei kein Blatt vor den Mund nehmen. Das Beste für euch: Alle Testobjekte sind im Anschluss zur Verlosung freigegeben, mit etwas Glück profitiert ihr also direkt von jedem Test!
Diese Tests gibt es wie Sand am Meer im Netz. Die meisten sind informativ, aber austauschbar. Kriterien werden definiert, es wird objektiv getestet, danach eine fast schon wissenschaftliche Bewertung abgegeben. Das wollen wir nicht. Unsere Tests werden höchst subjektiv und vielleicht etwas seltsam sein, aber wie immer – direkt von Spielern für Spieler! Wenn andere auf Herz und Nieren testen, testen wir mit Scherz und ein paar Bieren...hmm... der war schlecht, aber wartet ab, es wird noch schlimmer:
Die Testobjekte von Roccat:
Die Pyra Wireless:
Das Taito Kingsize Mauspad in der MTW-Edition:
Erster Eindruck:
Wenn ich mir die Maus in der Verpackung anschaue, kommt mir der etwas feminine Gedanke: Boar, ist dat Ding klein! Aber klar, durch die Wireless Technik liegt es nahe die Maus oft mitzunehmen. Da ist ein kompaktes Design von Vorteil.
Apropos Verpackung, diese ist erstaunlich unauffällig und eher zweckmäßig gestaltet, vergleiche ich sie mit der überaus stylischen Verpackung der Roccat Kone. Hier scheint Roccat einen Kompromiss gesucht zu haben, um auch Nichtspieler anzusprechen. Die Blisterhülle der Maus lässt sich erfreulich einfach öffnen! Warum ich das erwähne: kennt ihr diese eingeschweißten Plastiksärge? Die man unmöglich per Hand aufbekommt? Diese sind sicher in Absprache mit der Prothesen- und Heftplasterindustrie entwickelt worden, da das hektische Herumfummeln (wer ist schon entspannt beim Öffnen einer Verpackung?) mit Schere und Messer regelmäßig Finger abtrennt. Selbst wenn man das Öffnen ohne zu verbluten überlebt, bleiben genug scharfe Kanten übrig, die bei der Entsorgung der Packung einen tiefen Schnitt verursachen. Gerade als ich mich darüber in Rage schreibe sehe ich: Das Roccat Taito Kingsize MTW-Edition Mauspad ist genau so verschweißt. Danke Roccat. Ich hole eine Schere... nein, besser: Ich hole meine Tochter und lasse sie den Plastikbunker öffnen - bei kleinen Kindern heilen Wunden schneller!
Die professionelle Installation
Ok, beide Produkte sind ausgepackt - in der Kinderchirurgie durfte ich meine Rabattpunkte gegen einen Kaffee einlösen - jetzt kommen wir zur Installation. Meine maskuline Grundhaltung lässt das vorherige Lesen von Bedienungsanleitungen grundsätzlich nicht zu, also mache ich das, was wohl der Großteil von euch auch macht: Ich schließe einfach alles an und hoffe, dass es läuft. Da die Pyra kabellos betrieben wird, ist ein Sender notwendig. Dieser hat ziemlich genau die Größe meines Daumennagels (es fehlt nur der schwarze Rand), ist also wirklich winzig. Der größte Teil dieses Senders ist auch noch dieser vordere USB-Metallstecker (gibt es da einen Fachbegriff?), so dass nach Anschluss etwas mehr als ein halber Zentimeter aus dem Port schaut. Für mobile PC's mehr als ideal, bei meinem Zocker-PC der nur hinten Anschlüsse hat, die auch noch fast alle belegt sind, könnte es fummelig werden den kleinen Stecker zu platzieren. Der Sender lässt sich zum Transport sogar in der Maus verstauen, auf der Unterseite gibt es eine Arretierung dafür.
Jetzt die Maus in die Hand genommen und los geht's. Äh...doch nicht. Was jetzt? Ah, unter der Maus ist ein AN/AUS Schalter, ok, auf AN und los....wieder nicht. Dauert mir schon wieder alles viel zu lange. Öh, gut, packe ich vielleicht noch die Akkus rein, die dabei liegen. Wer jetzt lacht, sollte mich mal bei einem Ikea-Regalaufbau sehen. Lauscht mal! Hört ihr dieses "Pock, Pock"? Das ist ein Mitarbeiter von Roccat, der gerade immer wieder seinen Kopf auf die Tischplatte schlägt, weil er meine Zeilen liest. Aber - Fiat Lux! Die Maus funktioniert, auch ohne Treiberinstallation von der CD.
Die Installation des Mauspads geht deutlich schneller: hinlegen - fertig. Über das Design darf gestritten werden; wer MTW Fan ist wird sicher damit warm - mir ist es zu überladen. Leider ist die Rückseite mit einer Antirutschauflage beschichtet, ansonsten...ah, das war böse.
Hey ho, lets´ go - Shoot em' in the back now
Inzwischen habe ich auf dem Klo auch mal in die Pyra Anleitung geschaut, harmoniert wunderbar zusammen. Ja, alles richtig gemacht. Natürlich sollte ich noch den Treiber installieren, doch die Pyra läuft, gerade auch am Netbook, völlig ohne Treiberinstallation schon richtig rund. Allerdings bietet der Treiber 5 individuell einstellbare Profile, eine einfach zu handhabende und sehr umfangreiche Makrofunktion, sowie die DPI Einstellungen. Der maximale Wert ist hier 1600 DPI - für eine Maus mehr als ausreichend. Aktuelle Kabelmäuse haben zwar locker über 3000 DPI - nur wirklich brauchen tut dies niemand.

Spielen ist auf meinem Netbook nicht möglich, dafür reichen die Ressourcen nicht, aber im Office und Internet-Betrieb ist die Pyra auffällig unauffällig. Ihre winzige Größe ist bei wenig Platz hervorragend. Trotz Akkus - es sind diese kleinen AAA Dinger - ist die Pyra sehr leicht. Der Druckpunkt der Maustasten ist gut, die Rasterung des Mausrads auch, das Mausrad selber bietet beim Drücken etwas zuviel Widerstand. Die momentane Mausunterlage ist ein REAL-Werbeprospekt aus dem Altpapier, bunt und von schlechter Papierqualität, auch das interessiert die Pyra überhaupt nicht. Keine Verzögerungen, Sprünge o.ä. sind spürbar.
Interessant ist das Konzept der Zusatztasten. Denn davon gibt es im Prinzip nur zwei. Auf beiden Seiten als Daumentasten an der Maus angebracht und im Treiber aktivierbar, je nachdem welche Seite ihr präferiert. Die Maus ist symmetrisch aufgebaut, entsprechend für Links- und Rechtshänder nutzbar. Drückt ihr nun die Zusatztaste, "Easyshift" genannt, passiert zunächst nichts, sie funktioniert ähnlich der Umschalttaste an der Tastatur. Um die Zusatzfunktionen zu nutzen, müsst ihr noch eine der weiteren Maustasten auswählen. Jede Taste kann also doppelt belegt werden. Mit gedrückter "Easyshift" und linker und rechter Maustaste steuert ihr zum Beispiel die "Seite vor" und "Seite zurück" Funktion eures Browsers. Trotz geringer Mausgröße und großer Hand komme auch ich im Normalbetrieb mit der Maus aus. Ob das auch beim Spielen der Fall ist, zweifele ich jetzt schon mal an, lasse mich aber gleich gerne vom Gegenteil überzeugen.
Die Reichweite des Funksenders ist mit 10 Metern angegeben, ich habe es mit knappen 6 Metern probiert. Es funktionierte tadellos. Damit rückt die Pyra auch in den Fokus für User, die ihr Wohnzimmersystem ansteuern wollen.
Ich will zocken!
Jetzt geht es ans Eingemachte, denn die Pyra ist offiziell eine echte Gamingmaus. Bis jetzt waren das alles Peanuts - ist ja wie mit einem Porsche durch einen verkehrsberuhigten Bereich fahren oder Viagra schlucken, um zur Beichte zu gehen. Wie ich befürchtete, ist es nicht einfach den winzigen Sender in die rückwärtigen USB-Slots zu platzieren, wenn alle anderen Steckplätze besetzt sind. Ordentlich geflucht, dreimal mit dem Kopf gegen die Unterseite der Schreibtischplatte gestoßen, aus Wut den Hund verprügelt und schon habe ich es geschafft. Jetzt wird gezockt...
....ein paar Spiele später: Eine große Umgewöhnung ist gar nicht nötig. Ich habe zwei Roccat Kone, sowohl privat als auch im Büro und die Pyra hat durchaus vergleichbare Eigenschaften. Lags, Verzögerungen o.ä., habe ich nicht bemerkt. Die Funktechnologie ist auf einem Niveau, wo sie locker mit kabelgebundener Hardware mitziehen kann. Das Mausrad der Pyra gefällt mir sogar deutlich besser, als das der Kone, obwohl der Druckpunkt zum Zocken für meinen Geschmack immer noch zu hart ist. Dafür fühlt man die Rasterungen wesentlich besser, ein echter Fortschritt im Vergleich zur Kone.
Die "Easyshift"-Taste ist beim Spielen etwas gewöhnungsbedürftig, denn zwei Tasten gleichzeitig drücken muss erstmal gelernt werden, ohne dass die Pyra verrissen wird. Das schreibe ich aber mal meiner mangelnden Übung zu.
Was mir aber schon nach der kurzen Spielzeit wirklich negativ auffällt, ist die Größe der Pyra. Ich gehöre zu den Leuten die ihre gesamte Hand auf die Maus legen. Das funktioniert bei der Pyra schlicht nicht, so dass ich den Handrücken automatisch in der Luft habe. Auf Dauer ist das sehr unbequem. Als permanenten Zockersatz für meine Kone, kann ich mir die Pyra deshalb nicht vorstellen.
Jetzt alle festhalten…wuuuusch…habt ihr die Lichter gesehen? Die sich wie grell leuchtende Fäden waagerecht durch den dunklen Raum ziehen? Das war ein Zeitsprung von einer Woche. Inzwischen habe ich die Pyra im Büro richtig lieb gewonnen; klar ist eigentlich nicht ihr Habitat, trotzdem gibt sie eine hervorragende Büromaus ab - nur der Minirock fehlt. Extrem kompakt und kabellos, lässt sich mit ihr auf kleinster Fläche arbeiten und die Unterlage ist ihr fast egal - vier verschiedenen Mauspads, Holz, Schreibblatt, Zeitung - nur bei stark reflektierenden Oberflächen, wie z.B. einem Hochglanzprospekt oder einer Glasplatte, springt der Mauszeiger.
Bei den Akkulaufzeiten (verbaut sind 2 handelsübliche AAA Akkus) habe ich unterschiedliche Erfahrung gemacht, je nach Beanspruchung zwei Arbeitstage oder einen langen Zockerabend. Leider fehlt der Maus eine Ladestandanzeige, so dass es vorkommen kann, dass sie mitten im Game aufgibt. Das ist kein großes Problem, denn mit dem beiliegenden USB Kabel kann die Pyra „on the fly“ aufgeladen werden. Ihr könnt sie also während des Ladens weiter nutzen, nur ist das Feature „kabellos“ dann hinfällig.
Fazit und Bewertung
Die Größe ist die Stärke und gleichzeitig das auffälligste Manko der Pyra. Ideal als Notebook-, Büro- und Wohnzimmermaus, ist sie mir für den echten und stetigen Zockereinsatz viel zu klein. Dafür ist sie aber auch nicht gedacht. Der Marktpreis von um die 50 Euro ist bei entsprechendem Bedarf gut investiert. Aber Vorsicht! Verwechselungsgefahr! Achtet beim Kauf unbedingt auf das korrekte Produkt, das
HIERist nicht die von mir getestete Maus. Den echten Produktlink findet ihr
HIER!
Höchst subjektive Gesamtnote: GUT (vor allem im Office- und Homebereich und wie es der Roccat-Werbespruch passend definiert: "Perfect für mobil gaming")
Positiv:
- Ideale Größe für unterwegs
- sehr gute Präzision
- kabellos, mit großer Reichweite
- umfangreicher Treiber
- winziger Sender
- Laden und Nutzen gleichzeitig
- normale Akkus
- unempfindliche Oberflächenerkennung
- innovatives Tastendesign
- Rasterung des Mausrads
- Transportsäckchen beiliegend
Negativ:
- zu klein für längeren Zockereinsatz
- keine Akkuanzeige
- Druckpunkt des Mausrads
Wer aufgepasst hat, fragt sich jetzt: Was ist mit dem Taito Kingsize-MTW Pad? Auch das habe ich ausprobiert. Zuerst als Fußmatte, dann als Badewannenvorlage, schließlich als Strandtuch - denn die Bezeichnung Kingsize ist wörtlich zu nehmen, satte 45x37,5 cm hat der Mauskünstler zum Austoben. Auf meinem chaotischen Schreibtisch musste ich erst einmal aufräumen, damit dieses Riesenpad überhaupt vernünftig liegen konnte. Einmal platziert, bewegt es sich auch bei hektischen Mausbewegungen kein Stück. Die Höhe von 3,45mm ist perfekt, die weiche Oberflächen- und Gleiteigenschaften des Pads sind sehr gut.
Was mich persönlich störte, war eine sehr harte Schnittkante, die ich mangels Borderliner-Tendenzen einfach manuell nachgebessert habe. Um die Kante zu brechen bin ich einmal mit einem Lineal entlanggegangen, danach war es kein Thema mehr. Sowohl die Roccat Kone, als auch die Pyra, die Razer Lachesis und eine alte MX510 Maus, liefen einwandfrei. Das Pad leistet sich - bis auf das Design, das natürlich Geschmackssache ist - keine Schwächen. Auch hier volle Kaufempfehlung, gerade Lowsense-Spieler sollten sich das Taito-Pad in der Königsgröße unbedingt anschauen! Kaufen könnt ihr das MTW Taito für um die 20 Euro Marktpreis. Details erfahrt ihr
HIER.
Verlosung der Testmuster:
Das war unser erster Hardwaretest. Damit auch ihr etwas davon habt, werden wir beide Testsamples verlosen. Die Teilnahme ist ganz einfach und erfolgt (fast) automatisch. Schreibt einen sinnvollen Beitrag in den Test-Thread. Eure Meinung zum Produkt oder zum Testablauf, eine Anmerkung usw. Einwortbeiträge oder sinnfreie Postings werden nicht berücksichtigt, auch erhöhen mehrfache Beiträge nicht eure Gewinnchance. Unter allen Usern die bis zum 08. Oktober 19:43 Uhr einen Beitrag im Test-Thread geschrieben haben, verlosen wir die Roccat Pyra und das MTW-Mousepad. Da es sich um Testmuster handelt sind die Packungen bereits geöffnet. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, Team-Mitglieder sind ausgeschlossen, wer außerdem NICHT am Gewinnspiel teilnehmen möchte, vermerkt das bitte in seinem Posting. Die Gewinner werden wir hier bekanntgeben. Viel Glück!
Euer CallofDutySeries.de Team!